Laos und das Bier, das ein Land verbindet

Meist ist es der Flughafen, der einen den ersten und prägendsten Eindruck eines neu zu entdeckenden Landes hinterlässt. Pompöse Flugzeuge, beleuchtete Skylines oder schillernde Werbeplakate nehmen den gerade erst dem Flieger entstiegenen Touristen in Empfang. In Laos hingegen merkt man angesichts der Kleinheit des Flughafens kaum, dass man sich auf einem solchen befindet. Eines sticht jedoch sofort ins Auge und begleitet jeden Laos-Besucher während seines gesamten Aufenthalts: es ist ein simples Werbeschild, das über dem Eingang zur Haupthalle des Flughafens angebracht ist und auf den „Nationalstolz“ des wirtschaftlich armen und touristisch teilweise noch unentdeckten Landes hinweist: das selbstgebraute und omnipräsente „Beerlao“.

Das "Beerlao": kulinarische Spezialität und Nationalstolz in einem.
Das „Beerlao“: kulinarische Spezialität und Nationalstolz in einem.

Das laotische Bier erreicht in Laos einen Marktanteil von bis zu 99 Prozent und stellt damit eine Identität innerhalb der Bevölkerung her, die Laos aufgrund fehlender wirtschaftlicher Entwicklung auf keinem anderen Gebiet erreicht.

Viele beginnen ihr Laos-Abenteuer in der Hauptstadt Vientiane, die in nur eine Stunde und 20 Minuten vom internationalen Hauptflughafen Bangkoks, Suvarnabhumi Airport, erreichbar ist. Vieles erinnert in der 350.000 Einwohner-Stadt am Mekong noch an die frühere französische Kolonialregierung. Am augenscheinlichsten wird dies beim Patou Xai, der wohl eine „Miniaturausgabe“ des Triumphbogens in Paris darstellen soll.

Obwohl Vientiane das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes darstellt, sind viele erstaunt, wie ruhig und beschaulich es hier im Vergleich zu anderen asiatischen Hauptstädten zugeht. Das Zentrum mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten lässt sich stressfrei an einem Tag besichtigen.

Vientiane: Eine Hauptstadt, in der vieles an Paris erinnert.
Vientiane: Eine Hauptstadt, in der vieles an Paris erinnert.

Wer weiter in den Norden des Landes vorstoßen will, der macht meist Halt in Vang Vieng. Dieser in einer atemberaubenden Berg- und Hügellandschaft eingebettete Ort hat es zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht: Viele Touristen reisen hier her, um sich hemmungslos dem Drogenrausch hinzugeben. Auch sonst hat der Tourismus in diesem Ort – ganz unüblich für Laos – bereits massive Spuren hinterlassen. Eine Vielzahl an Hotels und Appartements werden aus dem Boden gestampft, Lokale und Restaurants sind hauptsächlich von Touristen bevölkert.

Wer mehr an der Lebensart der heimischen Bevölkerung und der laotischen Kultur interessiert ist, der ist in Luang Prabang wohl besser aufgehoben. 1995 wurde die Stadt zum UNESCO-Kulturerbe erklärt, viele Bauten wurden seither aufwändig restauriert. Erblickt man die Stadt das erste Mal, wähnt man sich daher nicht selten in einer Art Freiluftmuseum. So gut erhaltene Denkmäler und Gebäude sieht man in Laos wohl an keinem anderen Ort.

Besonders lohnenswert ist der Aufstieg auf den Hügel Phou Si, auf dem sich auch eine Tempelanlage befindet. Von hier aus eröffnet sich dem Besucher ein fantastischer Rundblick über das Land und den Mekong. Neben der Besichtigung der vielen Tempelanlagen sollte man nicht darauf vergessen, eine Bootsfahrt zu unternehmen. Am besten, man startet nach 17 Uhr und fährt dann direkt dem Sonnenuntergang entgegen.

Für die Laoten ist es eine Ehre, den Mönchen eine Essensspende zu überreichen.
Für die Laoten ist es eine Ehre, den Mönchen eine Essensspende zu überreichen.

Ein Schauspiel der besonderen Art kann man hier wie auch in vielen anderen Orten Asiens erleben: die Spendegabe der Bevölkerung an die mittellosen Mönche. Im Morgengrauen, zwischen 5 und 6 Uhr, durchstreifen die Mönche in einer langen Schlange und mit Körben ausgestattet die Stadt. Die Bevölkerung wartet an den Straßenrändern, um die Mönche mit Reis, Geld und anderen Nahrungsmitteln zu beschenken. Wohl einer der wenigen Momente, in denen das sonst allgegenwärtige „Beerlao“ keine Rolle spielt.

Advertisements